Konventionelle und unkonventionelle Förderstätten

Abbildung Gasförderungen
Quelle Grafik: www.handelsblatt.de
 
Bei der Gasförderung werden konventionelle und unkonventionelle Vorkommen unter-schieden. Ein Hinweis für die Unterscheidung ist die Durchlässigkeit des Gesteins. In konventionellen Gasvorkommen kann das Erdgas – hauptsächlich Methan – weitgehend selbständig aus den Gesteinsporen entweichen. Bei unkonventionellen Gasvorkommen müssen dagegen mit Hilfe von Hydraulic “Fracking” Fracturing künstliche Risse in den Porenräumen geschaffen werden, damit das Gas für einen kurzen Zeitraum gefördert werde kann.
 
Tight Gas, Kohleflözgas und Schiefergas
Mit Stein in dichten Gesteinsschichten, englisch Tight Gas, ist häufig Sandstein gemeint. Bei Tight Gas gibt es mit steigender Undurchlässigkeit einen fließenden Übergang von konventionellen zu unkonventionellen Vorkommen. Kohleflözgas und Schiefergas wird dagegen generell zu den unkonventionellen Gasvorkommen gezählt. Die Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen wird in Deutschland seit wenigen Jahren experimentell betrieben. Bohrstelle Intschede „Daverden Z1“ = Tight Gas
 
Mit oder ohne Fracking?
Fracking ist kein Unterscheidungskriterium für die Art der Gasvorkommen. Grundsätzlich wird es in beiden Formen angewendet. Bei konventionellen Gasvor-kommen dient es zur der Steigerung des Ertrages.
Bei Schiefer und Kohleflözgas ist es dagegen Voraussetzung für eine wirtschaftliche Förderung.
 
“Tiefe geologische Schichten”
Konventionelle und unkonventionelle Gasvorkommen können praktisch in jeder Tiefe vorkommen. Die Tight Gas Vorkommen in Erdgasfeld Söhlingen liegen in 4000 bis 5000 Meter Tiefe. Die Kohleflözgas Vorkommen im Münsterland im Bereich 1000 bis 2000 Meter. Die Schiefergasvorkommen an Steinhuder Meer (Nöpke / Neustadt) werden in 1000 Meter Tiefe vermutet.
 
Unterscheidung in Bezug auf die Risiken
Bei der konventionellen Gasförderung fallen bereits große Mengen an Bohrschlämmen und Lagerstättenwasser an. Diese sind mit teils krebserregenden Kohlenwasserstoffen, giftigen Schwermetallen wie Arsen und Quecksilber und radioaktiven Isotopen belastet. Beides wird durch Grundwasser führende Schichten gefördert, oberirdisch bearbeitet und teils unterirdisch transportiert und anschließend in Versenkbohrstellen/Disposalbohrungen entsorgt, wobei es wieder die Grundwasser führende Schicht passiert. Dabei kann es zu Problemen kommen: undichte Rohrleitungen, Unfälle/ Fehler beim Transport und die Verbindung vorher getrennter Grundwasserschichten. Disposalbohrungen können außerdem nachweislich zu Erdbeben führen.
Die Risiken der konventionellen Gasförderung werden im Verhältnis zum Nutzen weitgehend leider noch akzeptiert. Anders sieht es aus, wenn Hydraulic Fracturing zum Einsatz kommt. Hydraulic Fracturing führte in anderen Ländern nachweislich und mehrfach zur Kontaminierung von Grund- und Oberflächenwasser. Beim Fracking wird ein unglaublicher Druck von über 1300 bar ausgeübt. Gleich mehrere Studien zeigen einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Fracking und Erdbeben. Große Teile der Frackflüssigkeit bleiben anfangs im Untergrund. Wie sie sich dort anreichern und untereinander reagieren, ist nicht erforscht. Mit dem Lagerstättenwasser gelangen sie bei der späteren Förderung weiterhin an die Oberfläche.
 
Quelle:  Jörn Krüger; www.gegen-gasbohren.de
 
 

Fazit für die geplante Bohrstelle Intschede

Die Erdgasvorkommen im Landkreis Verden sind sogenannte Tight Gas Vorkommen, und somit im fließenden Übergang von konventioneller zu unkonventioneller Förderung zu sehen.

Auch wenn die RWE Dea AG bisher von „konventionellen Fördervorkommen spricht“ so ist dies kein Ausschluss von Fracking. Im Fördergebiet Söhlingen wie Völkersen sind auch in der Vergangenheit auf ähnlichen Förderquellen Fracturing Genehmigungen erteilt und Hydraulic “Fracking” Fracturing eingesetzt worden.  Die Wahrscheinlichkeit, dass auch bei der Bohrstelle Intschede Fracking Maßnahmen mittel- oder langfristig zum Einsatz kommen werden ist als sehr hoch anzusehen.

Ein O-Ton von ExxonMobil hierzu:

„Wussten Sie eigentlich, dass durch die Fracs Drücke von über 1.000 Bar im Lagerstättengestein erzeugt werden und die dadurch erzeugten Risse bis zu 15 mm breit sind?“

Die einen sind scheinbar stolz darauf, es ist aber auch die Frage gestattet was bis zu 15 mm breite Risse (RWE Dea spricht sogar von 20 mm) im Umkreis von 100 m je Frackstelle im Untergrund bewirken können ...